Organspende Wissenschaft & Fakten Hirntoddiagnostik – Medizinische Entscheidungshilfen – AOK – Die Gesundheitskasse

Hier finden Sie Informationen zum Thema Hirntoddiagnostik und Organspende.

Welche Bedeutung haben diese Informationen bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine Organspende? Wenn Sie durch Anklicken eine Auswahl treffen, werden in der Rubrik „Ihre Zusammenfassung“ die für Sie bedeutsamen Informationen aufgeführt.

Fragen
Wann ist der Mensch tot?
Der Tod kann festgestellt werden, wenn sichere Todeszeichen vorliegen. Dies sind unter anderem Leichenstarre und Totenflecken. Auch durch die Diagnose des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (sogenannter Hirntod) wird der Tod eines Menschen festgestellt.
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Was bedeutet Hirntod?
Der umgangssprachliche Begriff „Hirntod“ wird inzwischen durch die naturwissenschaftlich-medizinische Bezeichnung „irreversibler Hirnfunktionsausfall“ ersetzt.
Diese bedeutet, dass das gesamte Gehirn seine Funktionsfähigkeit unwiederbringlich, also für immer völlig verloren hat.
Bei einem hirntoten Menschen können die Atmung und damit der Kreislauf und weitere Organfunktionen mit intensivmedizinischen Maßnahmen über eine begrenzte Zeit aufrechterhalten werden.
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Kann man sich vom Hirntod wieder erholen?
Nein. Hirntod bedeutet, das Gehirn ist so schwer geschädigt, dass die Hirnfunktionen vollständig und unwiederbringlich erloschen sind. Das Gehirn kann sich davon nicht wieder erholen.
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Was können die Ursachen für einen Hirntod sein?
Ursache des Hirntods ist immer eine schwere Schädigung des Gehirns beispielsweise durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung.
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Wie läuft eine Hirntoddiagnostik im Einzelnen ab?
Die Feststellung des Hirntodes erfolgt in festgelegten Schritten. Besteht der Verdacht auf einen irreversiblen Hirnfunktionsausfall werden folgende Fragen nacheinander geklärt:
1. Es muss zunächst die Ursache für den möglichen Hirnfunktionsausfall eindeutig geklärt werden.
2. Es wird geklärt, ob eindeutige klinische Zeichen vorliegen: Bewusstlosigkeit, Fehlen von Reflexen des Stammhirns, Atemstillstand.
3. Es wird geklärt, ob der Funktionsausfall unwiederbringlich vorliegt und nicht nur vorübergehend. Hierzu werden die körperlichen Untersuchungen über einen längeren Zeitraum von zwei qualifizierten und erfahrenen Ärzten unabhängig voneinander wiederholt. Alternativ oder auch ergänzend können weitere apparative Untersuchungen durchgeführt werden.
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Wie zuverlässig ist die Hirntoddiagnostik?
Die Hirntoddiagnostik in Deutschland ist ein mehrstufiges Verfahren und gilt als sehr zuverlässig. Sie muss immer von zwei Fachärzten mit mehrjähriger Erfahrung in der Intensivmedizin unabhängig voneinander durchgeführt werden, die Ergebnisse müssen übereinstimmen. Bleiben irgendwelche Zweifel, kann der Hirntod nicht festgestellt werden.
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Wie kann man ein apallisches Syndrom oder ein locked-in-Syndrom vom Hirntod unterscheiden?
Man kann den Hirntod sicher vom apallischen Syndrom oder dem locked-in-Syndrom unterscheiden, da nur beim Hirntod alle Funktionen des gesamten Gehirns erloschen sind.
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Inhaltlich verantwortlich
Dr. Günther Thayssen
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik und Poliklinik für Neurologie

Erklärung zur Unabhängigkeit unserer Experten

Erstellt am:
15.3.2012

Aktualisiert am:
30.8.2017

Literaturquellen

  • [1.] Richtlinie gemäß § 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 TPG für die Regeln zur Feststellung des Todes nach § 3 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 TPG und die Verfahrensregeln zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach § 3 Abs. 2 Nr. 2 TPG, Vierte Fortschreibung. Deutsches Ärzteblatt. 30. März 2015.
    DOI: 10.3238/arztebl.2015.rl_hirnfunktionsausfall_01. (Zugriff: 19.01.2017)
  • [2.] Busl K, Greer D (2007) Pitfalls in the diagnosis of brain death. Neurocrit Care 11: 276-87
  • [3.] Ghoshal S, Greer DM (2015) Why is diagnosing brain death so confusing? Curr Opin Crit Care 21(2):107-12
  • [4.] Flowers W, Patel B (2000) Accuracy of clinical evaluation in the determination of brain death. South Med J 93: 203-206



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