Organspende Wissenschaft & Fakten Organisatorisches – Medizinische Entscheidungshilfen – AOK – Die Gesundheitskasse

Hier finden Sie Informationen zum Thema Organisatorisches und Organspende.

Welche Bedeutung haben diese Informationen bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine Organspende? Wenn Sie durch Anklicken eine Auswahl treffen, werden in der Rubrik „Ihre Zusammenfassung“ die für Sie bedeutsamen Informationen aufgeführt.

Fragen
Wie läuft die Organspende organisatorisch ab?
Bei Verdacht auf einen irreversiblen Hirnfunktionsausfall (sog. Hirntod), beispielsweise nach einem schweren Verkehrsunfall, müssen einige medizinische und organisatorische Schritte erfolgen, bevor die Organe entnommen werden dürfen. Die unten stehende Abbildung zeigt einen üblichen Ablauf.




Ablauf der Organspende (Ablaufdiagramm als PDF)



Spricht das Gelesene Ihrer Meinung nach für oder gegen die Organspende?



 
Wann werden die Angehörigen zu einer Entscheidung für oder gegen eine Organentnahme befragt?
Liegt keine schriftliche Verfügung des Verstorbenen zum Beispiel in Form eines Organspendeausweises oder einer Patientenverfügung vor, werden die nächsten Angehörigen um eine Entscheidung gebeten. Der exakte Zeitpunkt für das Gespräch mit den Angehörigen ist gesetzlich nicht geregelt. Es kann jedoch sinnvoll sein, schon beim Verdacht auf einen irreversiblen Hirnfunktionsausfall (IHA) die Thematik einer möglichen Organspende mit den Angehörigen anzusprechen. Die abschließende Entscheidung erfolgt in aller Regel erst nach endgültiger Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls.
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Wie lang ist die Bedenkzeit nach Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, die den Angehörigen zur Entscheidung für oder gegen eine Organspende gegeben werden kann?
Der Entscheidungsprozess kann aus medizinischen Gründen nicht unbegrenzt andauern. Meist liegen 12 bis 18 Stunden zwischen der Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls und der Organentnahme.
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Wer entscheidet bei Einwilligung in die Organspende, welche Organe entnommen werden?
Es gilt der dokumentierte Wille des Verstorbenen. Sofern keine Willensäußerung vorliegt, wird in Gesprächen mit den Angehörigen festgelegt, welche Organe entnommen werden dürfen. Dabei wird – wenn immer möglich – der mutmaßliche Wille des Verstorbenen berücksichtigt. Bei Zustimmung zur Organspende können auch einzelne Organe ausgeschlossen werden. Gibt es keine Einschränkung, stehen alle transplantierbaren Organe zur Entnahme frei.
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Wird meiner Familie mitgeteilt, ob und welche Organe entnommen wurden?
Wenn die Angehörigen dies wünschen, berichtet die Deutsche Stiftung Organtransplantation ihnen in einem Brief, welche Organe erfolgreich transplantiert wurden. Wer die Organe erhalten hat, wird allerdings nicht mitgeteilt, da die Empfänger nach deutschem Recht anonym bleiben müssen.
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Werde ich bei Krankheit oder Unfall noch optimal versorgt, wenn ich meine Bereitschaft zur Organspende (z.B. im Organspendeausweis) erklärt habe?
Ziel aller medizinischen Maßnahmen im Falle eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung ist es immer, das Leben des Patienten zu retten. Eine Organspende ist nur bei optimaler intensivmedizinischer Versorgung möglich und somit eher ein Zeichen des besonderen Einsatzes des Krankenhauspersonals für den Patienten vor seinem Tod.
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Nach welchen Kriterien erfolgt die Vergabe gespendeter Organe?
Die Vergabe von Spenderorganen erfolgt nach im deutschen Transplantationsgesetz [1] festgelegten Kriterien wie Dringlichkeit und Erfolgsaussicht der Transplantation. Das bedeutet, dass alle Menschen gleich behandelt werden. Der Versichertenstatus spielt bei der Vergabe keine Rolle.
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Wie wird sichergestellt, dass nur die von mir gewünschten Organe entnommen und bereitgestellt werden?
Ein Koordinator der Deutschen Stiftung Organtransplantation [2] begleitet den Organspendeprozess. Zusammen mit dem Entnahmechirurgen trägt er die Verantwortung dafür, dass nur die im Organspendeausweis oder die im Gespräch mit den Angehörigen festgelegten Organe entnommen werden.
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Was hat die Deutsche Stiftung Organtransplantation für Aufgaben?
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert deutschlandweit die Organspende.
Sie trägt die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung des gesamten Organspendeprozesses [1]. Zudem veranlasst sie umfassende Laboruntersuchungen zum Schutz der Organempfänger. In Kooperation mit Eurotransplant [4] organisiert sie rund um die Uhr alle Schritte der Organspende. Dazu gehören auch die Teilnahme am Gespräch mit den Angehörigen sowie die Organisation des Organtransports bis zum Transplantationszentrum. Die DSO bietet Fortbildungen für Ärzte und Pflegekräfte an und berät Kliniken rund um das Thema Organspende.
Gemäß der Novellierung des Transplantationsgesetzes im Jahr 2012 müssen alle Krankenhäuser, in denen eine Organspende räumlich und personell möglich ist, Transplantationsbeauftragte benennen. Diese müssen zur Erfüllung ihrer Aufgaben fachlich qualifiziert sein und sind soweit freizustellen, wie es zur Durchführung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Sie sind direkt der ärztlichen Leitung des Krankenhauses unterstellt, in Erfüllung ihrer Aufgaben unabhängig und unterliegen keinen Weisungen.
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Was ist Eurotransplant?
Die gemeinnützige Stiftung Eurotransplant ist in acht Mitgliedsländern für die Vermittlung aller Spenderorgane und für die Registrierung der Patienten, die auf ein Organ warten, zuständig.
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Wer zahlt die Kosten für die Organspende und Organtransplantation?
Die Kosten für die Transplantation übernimmt die Krankenversicherung des Empfängers.
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Haben die Angehörigen des Organspenders die Möglichkeit, zum Empfänger Kontakt aufzunehmen?
Das Transplantationsgesetz verbietet, dass sich Organempfänger und Spenderfamilien kennenlernen. Für viele Organempfänger ist es jedoch ein Herzenswunsch, ihren Dank beispielsweise in einem Brief zu formulieren. Hierzu kann ein Brief geschrieben werden, der zwar nicht direkt an die Spenderfamilien weitergeleitet werden darf, allerdings anonymisiert und nach Einwilligung der Verfasser der Briefe vielen Angehörigenfamilien zugänglich gemacht werden kann. Dies kann dadurch erfolgen, dass die Briefe in anonymisierter Form bei Angehörigentreffen vorgetragen werden. Zudem wird eine spezielle Internet-Seite für diese Briefe eingerichtet, auch ist die Veröffentlichung in einem eigenen Danksagungsbuch vorgesehen welches allen Angehörigen von Spendern übergeben werden sollen.
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Weiß der Empfänger des Organs, wer es gespendet hat?
Der Name des Spenders wird dem Empfänger nicht mitgeteilt. Umgekehrt erfährt auch die Spenderfamilie den Namen des Empfängers nicht.
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Muss man sich untersuchen lassen, bevor man auf dem Organspendeausweis seine Bereitschaft zur Organspende erklärt?
Nein. Es ist nicht notwendig, sich ärztlich untersuchen zu lassen, bevor man sich zur Organspende bereit erklärt. Die medizinische Eignung der Organe für eine Transplantation wird erst geprüft, nachdem der irreversible Hirnfunktionsausfall festgestellt wurde. Eine Altersbegrenzung gibt es bei der Organspende nicht. Auch die Organe älterer Spender können erfolgreich transplantiert werden und Leben verlängern.
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Was ist eine Gewebespende und wodurch unterscheidet sie sich von der Organspende?
Nach dem Tod können auch Gewebe gespendet werden, wie z.B. Augenhornhäute, Knochen, Sehnen, Herzklappen und Blutgefäße. Für eine Gewebsspende gelten zum Teil andere gesetzliche Regelungen und Bedingungen als für die Organspende.
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Woher bekommt man einen Organspendeausweis?
Organspendeausweise können z.B. bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung [6] und der Deutschen Stiftung Organtransplantation [1] angefordert werden. Zudem sind sie bei den Krankenkassen, in vielen Apotheken, Krankenhäusern und Arztpraxen erhältlich.
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Inhaltlich verantwortlich:
Dr. med. Axel Rahmel ist Mitglied des medizinischen Vorstandes der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO)

Erklärung zur Unabhängigkeit unserer Experten

Erstellt am:
1.4.2012

Aktualisiert am:
1.11.2017

Literaturquellen:



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