Wovor schützt die HPV-Impfung Jungen und Männer?

HPV-Infektionen bei Männern

Auch Männer können sich mit HPV [?] infizieren und das Virus [?] übertragen. Häufigkeit und Krankheitsverlauf von HPV-Infektionen und –Erkrankungen bei Männern sind jedoch weniger genau untersucht als bei Frauen. Zahlen zu genitalen [?] HPV-Infektionen bei Männern weisen große Unterschiede zwischen verschiedenen Untersuchungen auf [52]. Bei einer Untersuchung von 1200 Süd-, Mittel-und Nordamerikanischen 18-70 jährigen Männern waren 65 von 100 Getesteten HPV-infiziert [53].

Eine US-amerikanische Untersuchung zeigte, dass sich jährlich 3 von 10 Männern neu mit HPV [?] infizieren. Anders als bei Frauen, bei welchen Infektionen [?] in jüngeren Jahren häufiger sind, gibt es bei Männern keine Häufung der Infektionen [?] in einem bestimmten Alter. HPV-Infektionen verschwinden schneller als bei Frauen (im Mittel nach 6 Monaten; bei 3 von 4 Männern innerhalb eines Jahres). Bei beschnittenen Männern ist das Risiko einer länger andauernden Infektion [?] verringert [52].

HPV [?] findet sich in 9 von 10 Gewebeproben von Analkarzinomen und etwa der Hälfte der Gewebeproben von Peniskarzinomen [?] [4]. Weiter können Männer auch an Genitalwarzen durch Niedrig-Risiko-HPV-Typen [?] erkranken.

HPV-Impfung bei Jungen und Männern

Der Vierfachimpfstoff (Gardasil®) ist auch für Jungen ab 9 Jahren und Männer zugelassen [26]. Die Impfung von Jungen wird in einer Deutschen Leitlinie empfohlen [54] , derzeit aber nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Die Wirksamkeit des Vierfachimpfstoffs wurde bei 16-26jährigen Männern überprüft [55].

Höhergradige Zellveränderungen im Bereich des Penis [?] sind sehr selten. Sie traten im Beobachtungszeitraum von etwa 3 Jahren bei 1-2 von 1.000 Männern auf. Es konnte weder im Auftreten von höhergradigen Zellveränderungen durch HPV 16/18 noch durch jeglichen HPV-Typ ein Unterschied zwischen geimpften und nicht geimpften Männern festgestellt werden [55].

Im gleichen Beobachtungszeitraum wurden bei Männern, unabhängig davon ob sie zum Impfzeitpunkt bereits HPV [?] infiziert waren oder nicht, durch die HPV-Impfung 6-7 von 10 Genitalwarzen-Erkrankungen verhindert. Ohne Impfung erkrankten 4 von 100 Männern an Genitalwarzen durch HPV 6/11, trotz Impfung 1 von 100. Die Wirksamkeit bei zuvor nicht HPV-infizierten Männern war entsprechend höher (Verhinderung von 8-9 von 10 Genitalwarzenerkrankungen) [55].

Die Wirksamkeitsergebnisse der HPV-Impfung bei Männern beruhen demnach hauptsächlich auf dem verminderten Auftreten von Genitalwarzen. Da höhergradige Zellveränderungen im Genitalbereich viel seltener sind als Genitalwarzen, könnten Gruppenunterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Männern nur im Rahmen wesentlich größerer Wirksamkeitsuntersuchungen nachgewiesen werden.

Um gesicherte Aussagen zur Wirksamkeit der HPV-Impfung bei Jungen und Männern und zur Wirksamkeit gegen die Übertragung von HPV [?] auf Sexualpartner und -partnerinnen machen zu können, müssen weitere Untersuchungsergebnisse abgewartet werden.